Wo bleibt das semantische Web?

In einer kleinen Interview-Serie befrage ich einige Branchenblogs zum Thema Web 2.0 und dessen Zukunft. Den Anfang macht netzwertig.com, ein deutsches Projekt der Firma Blogwerk. Den Fragen stellte sich Marcel Weiß.

netzwertig.com

netzwertig.com verfolgt seit einiger Zeit die deutsche Web-Gründerszene. Welche Startups haben Sie bislang am meisten überzeugt?

Was Startups aus dem deutschen Sprachraum betrifft: mento, ein innovativer Bookmarking-Dienst; Wuala, ein neuartiger Hosting/Filesharing-Dienst und das in Berlin ansässige Soundcloud, eine Plattform für Musiker (die aber von Schweden gemacht wird).

“Web 2.0″ wird als Begriff mittlerweile sehr inflationär benutzt. Wo glauben Sie steuert das Web in den nächsten drei Jahren hin?

Schwer zu sagen, da sich das permanent und schnell ändert. Aktuell würde ich auf mobile Endgeräte wie iphone und darum entstehende Ökosysteme setzen (macht Google mit Android zB. auch). Auch Plattformen im Internet, wie die von facebook, werden immer wichtiger werden. So entstehen auch APIs, die die Grundlage der neuen Verzahnung zwischen Webangeboten stellen. Und das semantische Web könnte auch langsam mal aufhören, sich so zu zieren.

Die großen General-Interest-Angebote scheinen sich zunehmend zu konsolidieren. Glauben Sie, dass StudiVZ, Sevenload & Co. sich Sorgen machen müssen oder nur noch Special-Interest-Plattformen erfolgreich sein werden?

Das kommt auf die jeweilige Branche an. In der Regel wird es aber so sein, dass Special-Interest-Dienste zusätzlich zum eigenen, selbstständigen Angebot an größere Plattformen über APIs werden andocken müssen, um die eigene Verbreitung maximieren zu können. Wie das in Einzelfällen aussehen wird, ist offen. Ein universales Erfolgs-Konzept gibt es im Internet noch weniger als in der analogen Welt.

Fast täglich wird über neue Gründer berichtet. Droht hier früher oder später erneut eine Blase zu platzen?

Eine Blase, wie zu Zeiten der New Economy setzt Spekulationen an der Börse voraus. Das ist heute nicht gegeben. Startups werden mehrheitlich über Venture Capital finanziert und Exits finden oft in Form von Akquisitionen durch größere Unternehmen (Yahoo, Microsoft, Google, etc) statt. Ohne Börsengänge keine Blase.

Noch immer finanzieren sich zahlreiche Portale primär durch Werbung. Welche Businessmodelle werden in naher Zukunft vermehrt eine Rolle spielen?

Freemium wird vermehrt wichtig werden. Das heißt: Kostenlose Basiaccounts für ‘normale’ User und für Hardcoreuser kostenpflichtige Accounts mit erweitertem Funktionsumfang anbieten. Generell Abomodelle werden die Zukunft bestimmen. Werbung wird trotzdem wichtig bleiben.

Zum Abschluss: Wird die facebook-Klage gegen studiVZ erfolgreich sein?

Da ich kein Anwalt bin, kann ich das nur bedingt beurteilen. Ich meine aber, dass facebook zumindest gute Aussichten hat angesichts der Vorgeschichte.

Vielen Dank für das Interview!

Auch alleine hat man(n) Erfolg

Während ich mir heute auf deutsche-startups ein spannendes Interview mit dem Geschäftsführer der Autoren-Plattform Suite101 durchgelesen habe, bin ich auf Plentyoffish Aufmerksam geworden. Dabei handelt es sich um eine Dating-Plattform aus Kanada, die von einem einzigen Mann geführt wird.

Plentyoffish

Nun gut, beim Support scheint ihm auch seine Freundin zu helfen. Markus Frind führt diese Website, programmiert und vermarktet sie. Persönliche Webprojekte gibt es ja viele. Aber wohl nicht sehr viele, die es schaffen mit einer One-Man-Show auf Rang zwei der erfolgreichsten Startups in Kanada zu gelangen. Während das kanadische Flickr bereits weltweit bekannt ist, scheint sich Plentyoffisch im Norden Amerikas schön breit zu machen.

Auch wenn das Design nicht sehr ansprechend ist, eine einzelne Person sich um alles kümmert: Solange die Idee stimmt, kann auch derartiges zu einem Erfolg werden. Vielleicht eine kleine Inspiration für die eine oder den anderen!

Do you speak English?

Ein spannendes Projekt darf seit kurzem geklickt werden. wijng ist eine (derzeit) kostenlose Plattform, die ein Onlinesprachlernprogramm anbietet.

wijng

Im Fokus stehen Lese- und Hörverständnis, sowie Rechtschreib- und Grammatikübungen. Das Portal ist im klassischen Web 2.0-Design (Logo mit runden Ecken, Farbverläufe, große Icons) entworfen und bietet eine sehr strukturierte Menüführung. Wer also noch kurzfristig ein wenig Urlaubsvokabular aufbauen will, ist bei wijng sicherlich richtig. Schön auch, dass das Portal aus der Feder (Tastatur) eines Österreichers entspringt. Keep the good work up!

Die unterdrückte Araberin?

Die arabische Welt ist nicht gerade für die Gleichwertigkeit von Frau und Mann bekannt. Versuche, dem entgegenzuwirken, gibt es allemal. Während beispielsweise in den frühen 90-iger Jahren mutige Frauen versucht haben eine aktionistische Autodemonstration durchzuführen, gibt es im Jahr 2008 auch im Web 2.0 einen spannenden Ansatz.

iMatter

Der große saudi-arabische Medienkonzern MBC startete im Frühjahr 2009 iMatter, eine Social Community für arabische Frauen. Kombiniert wurde das Projekt mit einem Weiterbildungsprogramm und einem eigenen Award. Die Mitglieder sollten ihre eigenen Kreationen einreichen, um in den Bereichen Gesellschaft und Business Ideen zu entwickeln.

Kurz zuvor war bereits ein ähnliches Projekt im Sudan gestartet worden. Die Plattform Twffaha ist eine nur für Frauen ausgerichtete Jobbörse, die sich aber noch immer im Beta-Status befindet. Nur weiter so!

Wahlkampf und Web 2.0

Hier ein paar Beispiele, die sich die bisherigen Parlamentsparteien einfallen haben lassen, um auf den “Web 2.0″-Zug aufzuspringen.

Wahlkampf und Web 2.0

 SPÖ: Community Die Neue Politik kombiniert mit einem Twitter-Kanal

ÖVP:
Community Oeropa und Politiker/innen-Bloggerei

Grüne: Brandneuer Web-Auftritt (inkl. Blogging, Video, Flickr, etc.)

FPÖ: Eigener YouTube-Kanal

BZÖ: Leider nichts gefunden, bitte um Tipps!

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